Himmelswege

Es gibt viele schöne Landschaftsmarathons. Der Himmelswegelauf zählt mit Sicherheit zu den Schönsten. Er verbindet eine Reihe von Orten, die für Befunde frühen astronomischen Wissens stehen. Ziel der angebotenen Strecken – 10 km( Lauf, Nordic Walking und Wanderung), HM, Marathon und 42km Radtour – ist der Fundort der Himmelsscheibe von Nebra im Ortsteil Wangen. Sie gilt als älteste bekannte Darstellung des Sternenhimmels (2. vorchristliches Jahrtausend). Startort des Marathons sollte das Sonnenobservatorium in Goseck sein, eine siebentausend Jahre alte Ringwallanlage,mit deren Hilfe Sommer- und Wintersonnenwende bestimmt werden konnte. Wegen einer Überschwemmung der Laufstrecke bei Goseck musste der Start nach Naumburg-Henne verlegt werden und wurde auf den ersten 7,5 km als Wendepunktstrecke geführt, bevor es entlang des Saale- und Unstrutradwegs über Freyburg (Heimat des beim Team-Naunheim legendären Rotkäppchensekts) und Laucha (Start des HM), entlang der Weinberge und fast immer in Sichtweite mittelalterlicher Burgen nach Nebra ging, wo es auf den letzten 200 m mit 40 Hm noch einmal galt Moral zu beweisen. Belohnt wurden die Athleten mit einer der schönsten Finishermedaillen der Laufszene, einer Nachbildung der Himmelscheibe.
Gerhard Bartoschek ging die Strecke im flotten 5:10er-Schnitt an, musste auf der Zweiten Hälfte der Hitze auf dem weitgehend schattenlosen Parcours Tribut zollen, erreichte aber das Ziel als Erster der M 55 und Gesamtdreizehnter in 3:43:05. Otto Jatsch fühlte sich nach einer drei Wochen vor dem Lauf zugezogenen Muskelzerrung wieder fit, kam zunächst auch gut ins Rennen, musste dann aber doch frühzeitig aufgeben, als sich die Verletzung wieder bemerkbar machte.
Fazit: ein Lauf in schöner, geschichtsträchtiger Landschaft, der vom zweimaligen Marathon-Olympiasieger Waldemar Cierpinski und seiner Mannschaft super organisiert war mit ostalgischem Touch. Empfehlung: hinfahren, mitlaufen!

Start Himmelsw. Ziel Barto Siegerehrung Barto Urk. Barto