Ausnahmen bestätigen die Regel


“Beim Nachtmarathon in Marburg ist es immer heiß und Bestzeiten werden hier nicht gelaufen.” Das ist die Regel. Die Ausnahme von der Regel war beim 19. Marburger Nachtmarathon, der traditionell am ersten Freitag im Juli stattfand. Bei angenehmen 23 °C, gut 15 Grad kälter als im Vorjahr, ließ es sich gut laufen und zahlreiche persönliche Bestzeiten konnten auf der flachen Strcke entlang der Lahn erzielt werden. So machte es den Läufern auch nicht zu schaffen, dass der ausrichtende Ultrasport Club die sonst überlebenswichtigen Schwammstationen wegen mikrobieller Belastung des Marburger Trinkwassers canceln musste.
Blieben bei der letztjährigen Hitzeschlacht nur drei Halbmarathonies unter einer Zeit von 1:20 und benötigte der Sieger 1:13:52, finishten in diesem Jahr 13 Läufer unter 1:20 und der Spitzenmann Demeke Wosene von der LG Rüsselsheim kam in 1:10:14 um 0:3:38 schneller als der Vorjahressieger ins Ziel.
Auch bei den Frauen wurde die Siegerzeit vom Vorjahr um eine halbe Minute unterboten. Wenn jemand vor einem Jahr Sarah Haustein, die bei ihrem ersten HM, den sie hier in Marburg mit 1:50:35 gefinisht hatte, gesagt hätte, dass sie am gleichen Ort bereits ein Jahr später Siegerin in 1:28:25 würde, hätte sie sicherlich  mit dem Zeigefinger an die Stirn getipt. Sarah hat einen bemerkenswerten Lauf und nach ihrem 5 km Sturmlauf in Laubuseschbach vor fünf Tagen eindrucksvoll bewiesen, dass sie es auch auf den längeren Distanzen drauf hat. An dieser Stelle muss aber auch ihr Dauerhase und Zugvogel Michael Ranft erwähnt werden, der sie bei ihren letzten schnellen Läufen begleitet hat.
Constanze Friedrich kam mit ihrem 2. Platz in der W50 in 1:46:02 ebenfalls auf das Siegerpodest. Ergänzt wurde das FrauenpowerTeam noch durch Natalie Valentin als 6.der W40. In 5:09:39 holten sich unsere Damen  überlegen nach dem Vorjahrserfolg wieder den Teamsieg.
Von unseren Männern stellten sich Michael Ranft und Karsten Valentin in den Dienst ihrer Damen. Peter Bietz und Christoph Kaiser finishten ihrem JungfernHalbmarathon.
Dass in diesem Jahr die Teilnehmerschar des Team-Naunheim mit nur sieben LäuferInnen im Vergleich zum Vorjahr eher bescheiden war, mag damit zusammen hängen, dass die Witterungsbedingungen nicht verrückt genug waren. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel und im nächsten Jahr wird bei gewohnter Hitze auch die Teilnehmerzahl sicher wieder normal werden.

Nachtmara