Vienna calling – Vier Drachen folgen dem Ruf

Die 43. Auflage des Vienna City Marathon stand unter einem guten Stern: Mit über 49.000 Anmeldungen insgesamt (inkl. Staffel und Halbmarathon) stellte sie schon im Vorfeld einen neuen Rekord auf – mit dabei waren vier Drachen: Stefan Uwe Best begleitete seine Frau bei ihrem Halbmarathon-Debüt, während Ralf Krause, Janina Kraft und Ginetta Laudt die volle Distanz in Angriff nahmen.

Nach der Suche des geeigneten Blocks (sinnigerweise sollten die drei in jeweils unterschiedlichen starten) ging’s los mit einem etwas holprigen Start: Direkt nach dem Startschuss wurde Gini noch vor der Startlinie „gestürzt“. Danach ging es aber bergauf, zum Glück nur metaphorisch, die gesamte Strecke ist relativ eben. Ralf bahnte den Weg frei, nicht im übertragenen Sinne, es war wirklich sehr voll und unübersichtlich, teilweise sehr eng mit vielen Läufern in recht unterschiedlicher Pace. So richtig entspannte sich die Lage gefühlt auch gar nicht.

Über die Reichsbrücke führte der Weg zum Praterstern in die Prater Hauptallee, danach weiter in Richtung Innenstadt über den Ring mit tollen Ausblicken auf das imperiale Wien mit Oper und in der Ferne dem Stephansdom, den Janina zum Glück am Vortag schon in seiner ganzen Pracht bewundern durfte. A propos: Ein bisschen Stadtführung dabei durfte nicht fehlen, so wurde Janina auch von Ralf und Gini auf Schloss Schönbrunn aufmerksam gemacht, das man leider nur kurz in einer Kurve erspähen konnte. Janina hatte in dem Moment andere Sorgen, die Mädels begannen schon früh im Rennen an zu leiden.

Sommerliche Temperaturen und ein wolkenloser Himmel versprachen ein spannendes Rennen – auch für die Sanitäter. Die drei Musketiere hielten sich brav an den Plan, an jeder Verpflegungsstation zu halten, man ging zur 3-Becher-Methode über: 2 trinken, 1 überschütten. Auch sonst gab es während des Rennens immer wieder etwas zu tun und zu sehen: Alle 6 km ein Gel (leider in der Hose gekocht), klassische Konzerte am Straßenrand, anfeuernde Rufe und viele tolle Schilder, es war für jeden Geschmack etwas dabei. Janina drohte der Mann mit dem Hammer leider schon kurz nach der halben Strecke, sie konnte sich dann aber wieder berappeln, während Gini nach km 30 ihr linkes Bein versagte. Ralf passte sich scheinbar mühelos allen Wünschen und jeder Pace an, fragte immer nach und sah dabei aus, wie aus dem Ei gepellt.

Die letzten Kilometer wurden komplett schweigend zurückgelegt, immer noch als Triumvirat, aber alle in eigenen Gedanken versunken. Einen Schlusssprint konnten wir jedoch trotzdem alle noch irgendwie aus unserem Körper pressen, und so hieß es Dank Ralf 2 x persönliche Bestzeit (3:33) im wohl verdienten Ziel vor dem Wiener Rathaus – für Gini war es sogar der erste Marathon überhaupt. Stefan Uwe und seine Frau beendeten den Halbmarathon in 2:27 vor dem folgenden Hitzegewitter. Es war ein unvergessliches Erlebnis für alle – Wien bietet eine traumhafte Kulisse und ein motivierendes Publikum. Es gab kaum Ecken, in denen man nicht angefeuert wurde.

(Text: Ginetta Laudt, Fotos: sportograf.com bzw. privat)

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