Klassenerhalt gesichert – und wie! team-naunheim.de rockt die Regionalliga Mitte
Es sollte ein Genussjahr werden, ein Jahr, das wir einfach nur feiern und auskosten wollten. Denn schon allein in der Regionalliga an den Start gehen zu dürfen, ist für uns ein Privileg, das wir uns nicht nehmen lassen wollten.
Am Sonntag ging das Regionalliga-Team des team-naunheim.de beim Moret Triathlon in Dudenhofen bei Frankfurt zum Finale der Regionalliga Mitte an den Start.
Zehn Jahre ist es her, dass wir uns aus der fünften Liga, der Hessenliga, auf den Weg machten. Das Ziel war dabei nie die Regionalliga selbst – das Ziel war immer, gemeinsam Spaß am Triathlon zu haben, Rennen zu bestreiten und Stück für Stück zu wachsen. Dass daraus über die Jahre Aufstieg um Aufstieg wurde und am Ende sogar die Regionalliga stand, war immer ein kleiner, verborgener Traum im Hinterkopf, aber nie das erklärte Ziel.
Umso STOLZER sind wir als TEAM, dass genau dieser Traum wahr geworden ist.
Und jetzt steht fest: In der Gesamtwertung der Liga landet team-naunheim.de auf Platz 10 von 13 Teams, mit klarem Puffer zu den Abstiegsplätzen. Der Klassenerhalt ist da! Beim Tagesrennen selbst reichte es für Platz 10 von 12 Teams, ebenfalls deutlich vor der Abstiegszone.
Julian berichtet von dem wahrgewordenen Regionalliga-Traum:
Rein ins Wasser, direkt volle Attacke. 750 Meter, ohne Neopren, böiger Wind peitscht über das Wasser. Das Team stürzt sich im Massenstart mit 50 anderen Athleten in den See, kämpft sich durch die Wellen und kommt nacheinander, aber mit wenig Abstand in der Wechselzone an. Keine große Schwachstelle, keine große Lücke – auch Teamchef Julian Schepp ist dran. In der Wechselzone geht alles blitzschnell: Das ganze Team zieht gemeinsam um, und so verlässt die Truppe die Zone geschlossen in Formation, wie es die Regeln beim Teamrennen verlangen. Wer als Einzelfahrer nicht mit dem Team zusammen aufs Rad springt, riskiert die rote Karte und die Disqualifikation.
Auf dem Rad wird’s windig. Tobias Rink übernimmt den Lead-in und zieht das Team mit Schmackes auf die Radstrecke, die auf einer breiten Bundesstraße verläuft. Ab jetzt zählt nur noch Formation: Windschattenfreigabe innerhalb des Teams, alle 30 bis 60 Sekunden wird durchgewechselt, wie beim Team-Zeitfahren beim Giro d’Italia. Vorne wird gnadenlos reingetreten, hinten kurz verschnauft, bis man selbst wieder an die Spitze rotiert. Schnitt über 40 km/h, vorne zeitweise 400 Watt im Schnitt – ein richtig hartes Radrennen.
Die ersten Kilometer sind Hektik pur: Gleich drei weitere Teams drängeln sich im direkten Umfeld, gleichzeitig muss der Abstand zum vorausfahrenden Team gehalten werden. In diesem Gefecht wird’s kurz zu eng, eine blaue Karte für Drafting ist die Quittung, die später im Penalty-Zelt mit 30 Sekunden Stillstand als Team abgesessen wird. Auch die umliegenden Teams bekommen an diesem Tag Zeitstrafen.
Auf dem Hinweg drückt starker, böiger Gegenwind gegen die Front, das Team beißt sich zeitweise in Keilformation durch, statt in der gewohnten Kette zu fahren. Nach einer kleinen Ortschaft geht’s noch mal einen Hügel hoch, dort wird gewendet – und dann kommt der Lohn: Auf dem Rückweg katapultiert Rückenwind das Team auf bis zu 60 km/h über die Bundesstraße, so schnell, dass die Übersetzung auf den Rennrädern zeitweise am Anschlag läuft.
Nach rund 31 Minuten, im Schnitt über 40 km/h, rauscht das Team in die Wechselzone. Niko Böger hat auf dem Rad alles für das Team reingehauen, kann das hohe Tempo am Ende aber nicht mehr mitgehen und muss das Team ziehen lassen – bei diesem Wind reicht ein kurzer Hänger, um sofort ein großes Loch zu reißen. Eine wirklich starke Leistung von Niko trotzdem.
Der Wechsel geht in unter einer Minute über die Bühne, vom Rad direkt ins Laufen. Janik Ortanderl hat an diesem Tag gute Laufbeine und übernimmt sofort die Pace: Er setzt das Tempo und zieht das Team mit einem Schnitt an, der sich sehen lassen kann – standesgemäß für die Regionalliga. Nach der harten Radetappe lässt sich dieses Tempo natürlich nicht komplett halten, aber es wird gekämpft, bis der letzte Meter sitzt. Sebastian Girg, unser fliegender Orthopäde, ist fast 30 Jahre älter als andere Athleten in der Liga – und läuft trotzdem auf Augenhöhe mit den 22-jährigen Top-Talenten mit. In absoluter Bestform schiebt er zusätzlich noch Julian Schepp über zwei, drei Kilometer mit, damit das Team-Tempo hält. Teamgeist, wie er im Buche steht.
Über den verwinkelten Laufkurs, über offenes Feld, wieder mit Wind im Gesicht, wird ohne große Verpflegungspausen durchgezogen: keine 20 Minuten auf 5 km – nach dieser Radbelastung eine starke Leistung. Nach den 30 Sekunden im Penalty-Zelt wird mit einem furiosen Zielsprint der Klassenerhalt gesichert.
Platz 10 von 13 in der Gesamtwertung der Regionalliga Mitte 2026, klar vor der Abstiegszone, die von Algemarin Team SV Traisa, SRL Triathlon Koblenz und Wassersportvereinigung Cassel belegt wird.
Wir sind stolz – und ein riesiges Dankeschön auch an die starken Partner im Rücken: Bikes & Boards Wetzlar, Auto Diehl Wetzlar, Bohnen und Söhne Spezialitätenkaffee Wetzlar und Carl Immobilien GmbH Wetzlar. Ohne euch wäre dieser Erfolg nicht möglich. Und natürlich auch ein Dankeschön an Castelli, die unsere Einteiler designt haben, in denen wir dieses Jahr an den Start gegangen sind.
Jetzt freuen wir uns erst mal auf eine kleine Saisonpause – und auf ein erfolgreiches Wiedersehen in der Regionalliga Mitte 2027!
(Text: Julian Schepp, Foto: Team Naunheim/privat)


