Ironman Frankfurt 2026 – glühender Asphalt und Badewannenschwimmen. Drachen bewähren sich bei Hitzeschlacht in Mainhatten.

Es kommt manchmal noch härter, als man denkt: Beim Ironman Frankfurt war es in den letzten Jahren immer heiß, aber in diesem Jahr war es extrem heiß: Lufttemperaturen um die 41 Grad, der Langener Waldsee mutierte zu einer großen Badewanne mit 29,1 Grad Wassertemperatur – neuer Rekord! Es wurde sogar von der Stadt empfohlen, die Veranstaltung ganz abzusagen. Der Veranstalter suchte jedoch nach einer anderen Lösung: Um die Gesundheit der Athletinnen und Athleten zu schützen, wurden kurzerhand die Strecken gekürzt, wobei die Schwimmstrecke beibehalten wurde, die Radstrecke um ein Drittel auf 125 km und die Laufstrecke (die nördliche Schleife wurde gestrichen) um die Hälfte auf einen Halbmarathon gekürzt (nur zwei statt vier Runden entlang des Mainufers). Nicht alle Teilnehmenden fanden das toll, hatten sie sich doch im Vorfeld intensiv auf die Langdistanz vorbereitet – und nun sollte es lediglich eine „verkappte“ Langdistanz werden. Doch die meisten waren einsichtig, trugen die Entscheidung mit und machten das Beste aus der Situation. Sicherheit geht vor.

Verpflegungsstationen wurden um Eis und Salzwasser ergänzt, ihre Anzahl erhöht und die medizinische Versorgung wurde verstärkt.

Das Schwimmen bei fast 30 Grad war sehr ungewohnt, es belastet den Körper mehr als ein Schwimmvergnügen bei 20 Grad. In Frankfurt gibt es einen sogenannten Australian Exit mit einem kurzen Landgang nach ca. 1500 Metern – das ist zuschauerfreundlich und für die Athletinnen und Athleten praktisch, um zwischendurch kurz die Konkurrenz zu sichten.

Die Radstrecke war gut zu bewältigen, auf dem Rad ist die Hitze nicht ganz so belastend wie beim Laufen. Trotzdem waren die Streckenabschnitte „The Hell“ (Kopfsteinplaster) und „The Beast“ (längere Steigung in Bad Vilbel) kein Zuckerschlecken, zudem sie zweimal befahren werden mussten.

Auf der Laufstrecke wurden Tonnen an Eis verbraucht. Es war wichtig, die Körperkerntemperatur niedrig zu halten, damit der Kreislauf stabil bleibt und um die Leistungsfähigkeit zu erhalten. Dem Veranstalter ging gegen Ende sogar das Eis aus…, die Eisstationen waren diesmal einfach die beliebtesten, wen wundert’s…

Von unserem Verein stellten sich fünf Rookies den Herausforderungen: Martina Kunze, Lisa-Marie Menges, Alicia Schüller, Jens Dürer und Manuel Busik. Alle fünf kamen mit den Bedingungen recht gut zurecht. Wie meinte Lisa so treffend: „Das war das geilste Rennen meines Lebens. Besonders die vielen Zuschauer an der Laufstrecke und vor allem das Stimmungsnest von Team Naunheim waren richtig cool.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Manuel Busik: 6:39:25 (M18)

Jens Dürer: 6:45:08 (M45)

Lisa-Marie Menges: 7:11:26 (F25)

Alicia Schüller: 7:27:35 (F25)

Martina Kunze: 8:56:35 (F60)

Die Ziellinie zu überqueren und zum Ironman gekrönt werden, war das Highlight des Tages und zugleich Erlösung von der Hitzeschlacht: „You are an Ironman“! In diesem Jahr zutreffender denn je.

Wieder um eine Erfahrung reicher (der längste Tag des Jahres war gar nicht so lang), ist aber dennoch davon auszugehen, dass der ein oder die andere zukünftig doch noch eine „richtige“ Langdistanz angehen wird. Wir werden sehen…

(Text: Martina Kunze, Fotos: Sportograf, Tobias Rink)

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